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Angeln in MittelnorwegenUnabhängiger Ratgeber für Meeresangler in Trøndelag

Zielfische vor Fosen: Dorsch, Seelachs, Pollack, Leng, Lumb

Dorsch, Seelachs, Pollack, Leng und Lumb vor der Fosen-Küste: Lebensraum, Größe, Laichzeit und Mindestmaß, belegt mit Havforskningsinstituttet und Lovdata.

Stand: Quellen im Text: 12

Dorsch, Seelachs, Pollack, Leng und Lumb sind die fünf Meeresfische, um die es auf dieser Seite geht. Alle fünf kommen an der norwegischen Küste vor. Für drei von ihnen – Seelachs, Pollack und Lumb – gibt es für Freizeitangler, die ihren Fang nicht verkaufen, kein Mindestmaß. Für Dorsch gilt dagegen nördlich von 62° N ein Mindestmaß von 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen vor den Basislinien (Quelle: fiskeridir.no/fritidsfiske/minstemaal; Stand: Oktober 2026). Wie viel du fängst, hängt von Wetter, Jahreszeit und Glück ab – diese Seite beschreibt die Fische, sie verspricht keinen Fang.

Auf dieser Seite
  1. Was muss ich über den Küstendorsch nördlich von 62° N wissen?
  2. Woran erkenne ich den Seelachs?
  3. Wie unterscheidet sich der Pollack vom Seelachs?
  4. Wo lebt der Leng?
  5. Was ist ein Lumb?
  6. Was gilt für alle fünf Arten?

Was muss ich über den Küstendorsch nördlich von 62° N wissen?

Der Küstendorsch (kysttorsk) nördlich von 62° N kann laut Havforskningsinstituttet bis zu 1,3 Meter lang und 40 kg schwer werden. Er kann 20 Jahre alt werden, wird aber selten älter als 15 Jahre (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/kysttorsk-nord-for-62n).

Der Küstendorsch ist vor allem ein Bodenfisch, kann sich zum Fressen und Laichen aber auch im Freiwasser aufhalten. Er laicht weit innen in den meisten Fjorden oder in Seitenarmen größerer Fjordsysteme. Die Jungfische siedeln sich in sehr flachem Wasser zwischen 0 und 20 Metern an (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/kysttorsk-nord-for-62n).

Zwischen 62° und 67° N, also von Stad bis Gildeskål, gibt es laut Havforskningsinstituttet die meisten Angeltourismus-Betriebe aller Küstendorsch-Regionen. Touristen- und Freizeitangler zusammen fangen dort mehr als die Hälfte der gesamten Küstendorsch-Menge (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/kysttorsk-nord-for-62n; Stand: Oktober 2026). Fosen mit dem Ort Råkvåg auf rund 63,8° N liegt in diesem Gebiet (Quelle: Kartverket, ws.geonorge.no/stedsnavn/v1/navn?sok=Råkvåg).

Das Mindestmaß für Dorsch beträgt in Norwegen nördlich von 62° N außerhalb von 4 Seemeilen vor den Basislinien 44 cm. Innerhalb davon sind es 55 cm, südlich von 62° N 40 cm (Quelle: lovdata.no/dokument/SF/forskrift/2021-12-23-3910, § 47 Nr. 31; Stand: Oktober 2026). Registrierte Angelcamps müssen Dorschfänge ihrer Gäste melden, auch wenn der Fisch zurückgesetzt wird (Quelle: fiskeridir.no/english/sea-angling-in-norway/reporting-of-catches).

Woran erkenne ich den Seelachs?

Den Seelachs (sei) erkennst du laut Havforskningsinstituttet am schwachen Unterbiss und an der geraden Seitenlinie. Er hat einen kräftigen, muskulösen Körper und ist ein guter Schwimmer. Der nordostarktische Seelachs kann bis zu 130 cm lang und 20 kg schwer und bis zu 30 Jahre alt werden (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/nordaustarktisk-sei).

Seelachs lebt sowohl im Freiwasser als auch am Boden, von der Oberfläche bis in 300 Meter Tiefe. Er tritt oft in dichten Schwärmen auf. Er steht dort im Freiwasser, wo die Strömung seine Beutetiere zusammentreibt. Ältere Seelachse fressen zunehmend Hering, Sprotte, Blauen Wittling und andere kleine Fische (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/nordaustarktisk-sei).

Für Seelachs, der nicht verkauft wird, gilt in Norwegen kein Mindestmaß. Die norwegische Høstingsforskrift nimmt Seelachs und Makrele, die nicht in den Handel gehen, ausdrücklich von den Mindestmaßen aus (Quelle: lovdata.no/dokument/SF/forskrift/2021-12-23-3910, § 48; Stand: Oktober 2026). Touristenangler dürfen ihren Fang ohnehin nicht verkaufen (Quelle: fiskeridir.no/turistfiske/reglar-for-turistfiske).

Wie unterscheidet sich der Pollack vom Seelachs?

Der Pollack (lyr) gehört zur Familie der Dorschartigen und sieht dem Seelachs ähnlich. Er hat aber einen Unterbiss und eine dunkle Seitenlinie, die sich nach unten biegt (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/lyr). Beim Seelachs ist die Seitenlinie dagegen gerade (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/nordaustarktisk-sei).

Pollack bevorzugt küstennahe Lebensräume in 40 bis 100 Metern Tiefe mit steinigem Grund. Deshalb ist er laut Havforskningsinstituttet eine häufige Art im Freizeitfischen. In norwegischen Gewässern laicht er im März und April. Zwischen 60 und 80 Prozent der jährlichen norwegischen Pollack-Fänge werden nördlich von 62° N gemacht (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/lyr).

Für Pollack gibt es in Norwegen kein Mindestmaß, ebenso wenig für Lumb (brosme) und Seewolf (steinbit). Das schreibt die Fischereidirektion auf ihrer Seite zu den Mindestmaßen im Freizeitfischen (Quelle: fiskeridir.no/fritidsfiske/minstemaal; Stand: Oktober 2026).

Wo lebt der Leng?

Der Leng (lange) lebt laut Havforskningsinstituttet auf hartem Grund oder auf Sandboden mit großen Steinen. Er ist ein langgestreckter Dorschfisch mit langem Bartfaden. Man findet ihn in warmen, relativ tiefen Gebieten auf dem Kontinentalschelf, auf den Bänken und in den Fjorden (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/lange).

Leng findet man laut Havforskningsinstituttet am häufigsten in 300 bis 400 Metern Tiefe, er kommt aber zwischen 60 und 1000 Metern vor. Jungfische leben in relativ flachen, küstennahen Bereichen. Leng wird mit 5 bis 7 Jahren geschlechtsreif. Er laicht in norwegischen Gewässern von April bis Juni in 100 bis 300 Metern Tiefe (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/lange).

In der Mindestmaß-Liste der norwegischen Høstingsforskrift kommt Leng nicht vor. Die Liste in § 47 nennt unter anderem Dorsch, Schellfisch, Heilbutt, Seelachs und Rotbarsch, aber keinen Leng (Quelle: lovdata.no/dokument/SF/forskrift/2021-12-23-3910, § 47; Stand: Oktober 2026). Die geschützte Blauleng (blålange) ist dagegen ganzjährig geschont und darf nicht befischt werden (Quelle: fiskeridir.no/fritidsfiske/freda-og-delvis-freda-artar).

Was ist ein Lumb?

Der Lumb (brosme) ist laut Havforskningsinstituttet ein bodenlebender Fisch. Er bevorzugt steinigen Grund auf dem Kontinentalschelf und am Kontinentalhang zwischen 100 und 1000 Metern. Erwachsene Tiere leben relativ tief, Jungfische trifft man auch ziemlich flach an. Lumb frisst Fische, aber auch Kaisergranat (sjøkreps), Springkrebse (trollhummer) und Garnelen (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/brosme).

Lumb wird je nach Gebiet mit 8 bis 10 Jahren geschlechtsreif. Bekannte Laichgebiete liegen laut Havforskningsinstituttet vor der Küste Süd- und Mittelnorwegens sowie südlich und südwestlich der Färöer und Islands (Quelle: hi.no/hi/temasider/arter/brosme).

Was gilt für alle fünf Arten?

Touristenangler dürfen in Norwegen nur mit handgehaltenem Gerät wie Rute und Handleine fischen. Netze, Reusen, Fallen oder Langleinen dürfen sie nicht benutzen, und der Fang darf nicht verkauft werden (Quelle: fiskeridir.no/turistfiske/reglar-for-turistfiske; Stand: Oktober 2026). Wie du den Fang tötest, kühlst und verarbeitest, steht unter Fang versorgen; die vollständige Mindestmaß-Tabelle unter Mindestmaße und geschonte Arten.

Ein Fisch unter Mindestmaß muss in Norwegen so schonend wie möglich zurück ins Meer. Befeuchte die Hände mit Seewasser und löse den Fisch vorsichtig vom Haken. Ist er tot oder offensichtlich nicht überlebensfähig, darfst du ihn laut Fischereidirektion zum Verzehr behalten. Um weitere untermaßige Fische zu vermeiden, solltest du den Platz wechseln oder größere Haken verwenden (Quelle: fiskeridir.no/english/sea-angling-in-norway/minimum-sizes; Stand: Oktober 2026).